Ich muss mich bei Ihnen bedanken.
Als ich meine Galerie aufgrund von Corona erst einmal schließen musste und in mir die Idee reifte, mich in der Zwischenzeit unter anderem einem freien kreativen Thema zu widmen, fomulierte ich eine Mail an Sie – meine Kunden, Freunde und Begleiter.
Ich wollte mich in dieser hygienebewußten Zeit der Seife widmen. Ein mir artfremdes Material, ein Gegenstand, der sich bei Gebrauch immer mehr verflüchtigt. Sooo weit weg von den Materialien, die ich sonst bearbeite. Silber und Gold sind wertvoll und beständig. Sie werden zu Schmuckstücken, anders als das Seifen-Stück. Ein spannder Kontrast – eine spannende Reise, auf die ich mich da begeben wollte.

Für’s Foto im Newsletter suchte ich im Haushalt nach einer Seife – denn man sollte ja nur aus wirklich trifftigen Gründen das Haus verlassen und … ich wurde im Schrank meines Liebsten fündig … zwei Kernseifen. Ich war etwas enttäuscht, aber was sollte ich machen. In der jetztigen Zeit muss man mit dem arbeiten, was einem zur Verfügung steht. Not macht erfinderisch.
Ich signierte meinen Newsletter mit folgender Fussnote …

P.S. Ich hätte natürlich gerne eine hübschere Seife fürs Foto ausgewählt,
aber im Bergischen gibt es grad nur Kernseife 😉    

… und war überrascht von den vielen positiven Reaktionen, die darauf hin in meiner Mailbox landeten.
Einig davon will ich hier mit Ihnen teilen:

Manches ist verrückt, entrückt, vielleicht hat es sich auch nur  v e r r ü c k t , es hat  einen anderen Platz  bekommen – die einzige Beständigkeit ist der Wandel, leider ist dieser kluge Satz nicht von mir, doch wie wahr und stimmig  ist er indieser „besonderen“ Zeit. Die  Kernseife auf Ihrem Foto sieht immer noch so aus wie früher und hat auch noch immer diesen blöden Rand, den man besonders gut an  den Knien spürte, wenn meine Oma mich und den Hund damit abseifte, nachdem wir vom Spielen mit Freunden wieder zu Hause eintrafen und einer „Grundreinigung“ bedurften. Es roch so sauber und rein, eigentlich zum Schütteln, aber ich mag noch heute diesen Geruch, weil ich es immer mit Gemütlichkeit, “Muckefuck“(Caro-Kaffee) ,Weißbrot mit Käse, Hund  und ich gemeinsam im  Sessel,  in Verbindung bringe. Mit der „Sesselausnahme“ wurde unser Hund belohnt, weil er nicht „ wehrig“  war  und ich durfte neben ihm sitzen, weil  auch ich keine „Gefahr“ mehr für das Polster war. Es sind liebevolle Erinnerungen, die wach gerufen werden  und ich bin ganz beglückt, daß Sie  keine hübschere Seife für ihr Foto gefunden haben.

Ich finde, die Seife passt ganz hervorragend: sie ist ehrlich, bewährt, nachhaltig, reduziert auf das Wesentliche und von einer klaren Schönheit ohne Schnickschnack. gerade die „reine“ Kernseife bringt’s. Super clean reduziert.

Gerade die Kernseife finde ich sehr schön 🙂 und Ihre Mail hat mich lächeln lassen! Danke!!! Wunderbar geschrieben!

Gerade DIESE puristische Seife aus meinen Kindertagen finde ich in der momentanen Situation bestens gewählt. Ihnen wünschen wir, auch für uns als Kunden, dass Sie in dieser entschleunigten Phase unseres sonst so hektischen Lebens, interssante kreative Ideen sammeln können. Bleiben Sie gesund und bis hoffentlich in nicht zu langer Wiedersehenszeit.

Ihnen gilt nun also mein Dank, weil Sie mich mit Ihren Reaktionen auf ein Produkt gestoßen haben, welches ich vorher tatsächlich mit ganz anderen Augen gesehen habe. Es berührt mich nahezu zu sehen, dass ein Alltagsgegenstand wie die REINE KERNSEIFE es mit ihrer Schlichtheit schafft, derartige Gefühle und Erinnerungen zu wecken.

Weitere Informationen über Kappus-Kernseife für diejenigen, die es interessiert
(Quelle: Wickepedia und Pressemeldung zur Übernahme)
Die M. Kappus GmbH & Co. KG Feinseifen und Parfümeriefabrik in Offenbach am Main ist der größte Seifenhersteller in Westeuropa. Der Familienbetrieb wurde 1848 gegründet und liefert seine Produkte unter dem Markennamen Kappus weltweit aus. Als der Firmengründer 1905 verstarb, wurde bereits mit 100 Mitarbeitern produziert und die Produkte in alle Welt exportiert. Bekanntes Seifenprodukt war damals die „Kappus-Konkurrenzseife“.
Im September 2018 stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag. Im März 2019 entschieden die Gläubiger, den Standort Offenbach stillzulegen. Die drei weiteren Standorte der Kappus-Gruppe in Krefeld, Riesa und Heitersheim werden von Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko fortgeführt.
Im März 2020 kam es zu einer erfolgreichen Übernahme des traditionellen Seifenherstellers Kappus durch die Münchener Beteiligungsgesellschaft Ad_Astra. „Wir sind sehr zufrieden mit der Übernahme und äußerst zuversichtlich, dass sich der Markt für Festseifen unter anderem durch den anhaltenden Trend zu nachhaltigen Produkten in den kommenden Jahren entwickeln wird.“

Und für diejenigen, die ALLES wissen wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/M._Kappus

https://www.kappus.com

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