Es freut mich besonders, wenn sich verschiedene Themenbereiche meiner Schmuckprojekte vermischen, verbinden und dabei etwas ganz Neues entsteht.
Dieses passiert in manchen Fällen nicht unbedingt durch mich selbst, sondern wenn ein Kunde mit einem besonderen Anliegen auf mich zukommt. So wie in diesem Fall.  Claudia Fischer aus Essen fragte mich, ob ich aus dem Trauring ihrer Großmutter einen Phoenix-Ring machen könnte.

Warum nicht? Derartige Anfragen fordern mich als Künstlerin, Designerin und Goldschmiedin heraus. Sie sind spannend und reizen mich.  Meine Neugier als Künstlerin war also geweckt. Ich fragte mich, welche Intention Frau Fischer damit verfolgt. Wie kommt es zu dieser gedanklichen Verbindung? Welchen Bezug hat sie zum Ruhrgebiet, zum Hochofenwerk Phoenix West …? Welche Verbindung zu ihrer Großmutter? … und so weiter. Ich lerne so viel dabei … über die Menschen, ihre Wurzeln, ihr Wollen und ihr Tun – all das kann wieder in weitere Arbeiten einfließen. Die Handwerkerin in mir wurde gefordert, da ich bei diesem Auftrag meine entwickelte und erprobte Arbeitsweise wahrscheinlich nicht anwenden konnte. Normaler Weise fertige ich den Ring aus einer kreisrunden Scheibe aus Silber und Feingold (siehe Foto). Wie kann ich nun den Ring aus einem Trauring fertigen? Wird das Gold des Trauringes ausreichen?  Spannend.

Ich habe mich sehr gefreut, dass Claudia Fischer bereit war, etwas über ihre Intention zu diesem Ring zu schreiben. Da sie selber kreativ tätig ist und mit ihren Arbeiten an einer Vielzahl von Märkten und Ausstellungen in geschichtsträchtigen Industriedenkmälern teilgenommen hat, spannt sich hier für sie der Bogen zu dem Phoenix-Ring.

„Second
life für einen Ring
Die alten Industrieanlagen des Ruhrgebietes sind mit der Region fest verknüpft und mittlerweile gute Beispiele für Strukturwandel und Transformation von Industriekultur zu Kulturindustrie.  Zwischen Tradition und Moderne haben sich unter anderem Kunst und Designausstellungen fest etabliert. Genau diese Tradition und Moderne, Erbstück und Fundstück, machen die Faszination dieser Skulptur an der Hand aus. So entstand aus dem alten Ehering meiner Großmutter, einem Eisenerzpellet und aktueller Goldschmiedekunst mein Phoenix Ring.“ Claudia Fischer

 

Wer mehr über die Arbeit von Claudia Fischer erfahren möchte:
http://filzpunkt.net/galerie

 

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