Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Da sitze ich nun mit meiner abgespeckten Werkstadt in Wuppertal.
Ins Tun kommen ist in solchen „Krisensituationen“ immer gut. Den Werktisch ins Auto packen, das nötigste Werkzeug einpacken und sich vorstellen, was man alles braucht, um einen möglichen Kundenauftrag abzuwickeln oder einfach die Zeit für das Auffüllen des Lagers zu nutzen – das nächste Weihnachten kommt bestimmt. Das ist immer gut, lenkt ab und baut auf.
Nun ist alles soweit so gut vor Ort (hier im wunderschönen Bergischen), meine Kunden sind informiert und ich sitze hier immer noch ganz beseelt von den vielen lieben Rückmeldungen.

Und nu?

Die ersten Anfragen sind da und nun merke ich was mir eigentlich fehlt – der persönliche Kontakt mit Euch da draußen. Ein Gegenüber. Den Schmuck mal eben so rüberreichen können. Das Gesicht der Kundin beobachten können, wenn sie sich den Schmuck anlegt.
Keine Technik der Welt kann diese Sinnlichkeit aufbauen. Das schönste Foto der Welt kann kein Gewicht kommunizieren.
Aber es hilft nichts … spring über deinen Schatten! Vielleicht kannst du was dabei lernen!

Im Wechsel der Perspektive steckt immer auch ein Reiz, eine positive Herausforderung – nicht nur für uns Kreative.
Das Abschneiden von Möglichkeiten fordert und fördert unseren Mut, unsere Flexibilität.
Es gehört nahezu zur Berufung kreativer Menschen ab und zu die Komfortzone zu verlassen, Dinge neu zu denken und sich von ungewohnten Wegen herausfordern zu lassen. Im Rückzug steckt immer auch Inspiration, Spiel, Spaß und Spannung. Nur so können Innovationen entstehen.
In der Ruhe, die ich hier bei langen Spaziergängen durch die weite Natur des Bergischen spüre, keimen neue wunderbare Ideen in mir auf.

Es entsteht gerade eine Idee in mir, die mich mit Spannung und Freude erfüllt – ich brenne förmlich schon darauf sie umzusetzen und mit Ihnen zu teilen. Ich kann Sie als meine Kunden gerade gut gebrauchen. Ich brauche den Austausch, das Gespräch, Lob und Kritik. Per Mail oder gerne auch bei einem Telefonat.
Und so würde ich mich freuen, wenn Sie mich auf meinem kreativen Weg in den nächsten Wochen begleiten.
Treten Sie ein in meine neue Welt, die ein klein wenig verrückter daher kommt als sonst, ein klein wenig witziger, mit einem Augenzwinkern.

GESCHENKIDEE Lebensspirale

GESCHENKIDEE Lebensspirale

Die Lebensspirale war schon immer ein sehr schönes und persönliches Geschenk zur Geburt, zum Geburtstag oder Jubiläum.
Die kreisrunde Scheibe kann symbolisch für das Leben eines Menschen, eines Paares oder einer Familie stehen. Es kann eine Gabe zum 18ten Geburtstag sein mit rückblickenden Daten des bereits Gelebeten als auch mit einer schönen Botschaft für die Zukunft. Das Loch in der Mitte symbolisiert den Beginn eines Lebens die Geburt oder den Beginn einer großen Liebe.
Es gibt diese Spirale als Objekt für die Wand oder als Schmuckanhänger für eine Halskette.

Und das Ganze funktioniert ganz einfach:
Sie geben mit Ihre persönliche Daten und Worte und ich schicke Ihnen per Mail einen Entwurf. Nach Ihrer Freigabe fertige ich die kleine oder große Lebensspirale für Sie und sende Ihnen diese per Kurierdienst an Ihre private Adresse.

MEIN DORTMUND – „Ich bin dabei“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte – Dortmund

MEIN DORTMUND – „Ich bin dabei“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte – Dortmund

Ich freue mich sehr, dass das Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf mich zu gekommen ist, ob ich bei der Austellung MEIN DORTMUND einen Beitrag mit meiner Staatspreisarbeit leisten möchte.
Ich fühle mich geehrt mit meiner zeitgenössichen Arbeit unter diesen wunderbaren historischen Stücken platziert zu sein.

Eine schöne Idee des Dortmunder Museums
unter der Patenschaft der Journalisten Hans Leyendecker:
Alt- und Neudortmunderinnen und -dortmunder, heutige und ehemalige Neubürger, Zurückgekehrte, Pendler, Reisende waren aufgefordert ihren Blick auf die Stadt zu formulieren und anhand von persönlichen Gegenstände, Bildern, Texte und Geschichten zu dokumentieren. Das konnten auf den ersten Blick ganz banale Dinge sein wie z.B. ein Satz Dessertschälchen aus Kristall, hinter denen sich eine bezaubernde Geschichte verbirgt oder die abgetragene lederne Aktentasche eines Dortmunder Psychologen, in der er tagein tagaus seinen Patientenakten mit sich herum trug. Jedes Ding eine persönliche Geschichte.
Besonders spannend finde ich, dass all diese relativ zeitgenössischen Dinge nun im Museum bei einem Rundgang in die historische Ausstellung eingeflochten werden. Neben der eigentlichen Geschichte wird einem offenbar wie sich Dinge im Wandel der Zeit verändern, manches verloren geht, manches aber auch im scheinbar neuen Kostüm daher kommt, es werden Erinnerungen wach und manch eigene Geschichten geht auf einmal mit einem durch.

Meine Arbeit hätte keinen besseren Ort finden können.Man stelle sich einen runden Raum vor, der von Vitrinen gesäumt ist. Linker Hand die Geburt, vor Kopf die Hoch-Zeit und rechter Hand der Tod. Und im Mittelpunkt als verbindendes Glied steht ein altes westfälisches Himmelbett und hinter dem Kopfende wird meine Arbeit hängen. Anders als das Bett in dem Leben beginnt, stattfindet und endet, schafft meine Arbeit eine transformierende Verbindung. Während ein Taufbecher, eine Brautkrone oder -Haube und das Kreuz statische Zustände darstellt holt meine Arbeit Erbstücke aus ihrem Sinnzusammenhang heraus und bringt sie wieder als tragbaren verwandelten Schmuckstück ins Leben zurück.

Ich freue mich sehr auf die Eröffnung am 13.03.2020 um 18 Uhr. Vielleicht sieht man sich ja da.

Nach der feierlichen Eröffnung ist es übrigens jedem kostenfrei möglich, durch die Ausstellung zu wandeln und sich von den Dortmunder Geschichten in eine andere Welt und Zeit entführen zu lassen.

Spuren …

Spuren …

Nun sind sie da. Sechs alte Schaukästen für meine Wettbewerbsarbeit zum Staatspreis NRW.

Und wieder stehe ich andächtig vor einem geschichtsträchtigen Objekt und viele Fragen ploppen in mir auf.
Ich liebe deratige alte Gegenstände, die Geschcihten erzählen, wenn man sich auf sie einlässt.
Was mag da wohl drin gewesen sein?
So sah also früher der Biologie-Unterricht aus.
Oder waren es Schubladen von Sammlern?
Der ganze Kasten ist voll mit Einstichen von Stecknadeln.
Und schon bin ich versucht, die Namen der Inschriften zu googlen. Wie leicht wir es doch heute haben.
Aber ich will hier nichts vorwegnehmen. Wer selber solch ein Spurensucher ist wie ich, dem will ich die Freude des Selberentdeckens nicht nehmen.

 

Adolf 18.2.50 / 27.2.2019

Adolf 18.2.50 / 27.2.2019

Ein weiterer Beitrag zum Staatspreis Manufactum NRW
https://www.andrea-schmidt-anders.de/den-raum-weiten/

Natürlich und leider ist dieser Name aufgrund unserer deutschen Geschichte negativ behaftet. Man fragt sich, ob er damals schätzungsweise in den 30er Jahren einer der beliebtesten Namen war oder wurde. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Ich will jedoch meiner neuen Arbeit , den alten Gravur-Namen geben und so an das vergangene Leben erinnern.
Adolf wiegt 4,8 Gramm und ist aus 585/ooo Gelbgold. Er ist 4,7 mm breit und 2,5 mm stark. Seine Größe beträgt #58.

Aus diesem Trauring ist etwas völlig Neues und Wandelbares entstanden. Ich habe den Ring seiner Funktion entbunden und ihm eine neue gegeben. Es ist eine Brosche entstanden. Entfernt man die Nadel, dann kann man das Schmuckstück auch als Schmuckanhänger an einer Kette tragen. Ins Innere des Ringes habe ich einen silbernen Ring gelötet, der wie ein Schatten in diesem ruht.

Ruth 6.4.1957 / 26.2.2019

Ruth 6.4.1957 / 26.2.2019

Ein weiterer Beitrag zum Staatspreis Manufactum NRW
https://www.andrea-schmidt-anders.de/den-raum-weiten/

Ruth wiegt 5,25 Gramm und ist aus 585/ooo Gelbgold. Sie ist 5 mm breit und 1,5 mm stark. Ihre Größe beträgt #64.

Der Name Ruth kommt von dem hebräischen Wort re’ut (רְעוּת) was Freund, Begleiter, Freundschaft bedeutet. Dieser Mädchenname war Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt, wurde allerdings aufgrund seiner jüdischen Herkunft im dritten Reich verboten.

Die Beschäftigung mit dem Namen im Ring, der diesen erst einzigartig macht, war nicht unbedingt geplant, aber beeinflusst durchaus meine Arbeit. Manchmal wie in diesem Fall inspiriert er mich sogar.
So wollte ich hier etwas Schlichtes, Feines und Einfaches gestalten.